Otto Bock präsentierte am 13. November 2007 im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien das revolutionäre Produkt der Öffentlichkeit.
Otto Bock GF Hans Dietl und Anwender Christian Kandlbauer

Fortschritt für mehr Lebensqualität

Aus Wien kommt eine sensationelle Neuentwicklung im Bereich der Medizintechnik: Otto Bock Healthcare Products GmbH hat eine gedankengesteuerte Arm-Prothese entwickelt und heute erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Projekt basiert auf einer interdisziplinären Zusammenarbeit mit dem AKH Wien und der Medizinischen Universität. Der erste Anwender des intelligenten Arms außerhalb der USA ist der junge Steirer Christian Kandlbauer. Wien bietet seit jeher einen fruchtbaren Boden für Forschung und Entwicklung und für die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen. Der Wiener Otto-Bock-Standort ist das Kompetenzzentrum für komplexe medizintechnische Systeme innerhalb des Medizintechnikunternehmens, das Wiener AKH ist führend auf dem Gebiet der neuromuskulären Rekonstruktion. Eine Zusammenarbeit dieser Spitzeninstitution und der Medizinischen Universität Wien war also ein logischer Schritt auf dem Weg zur „gedankengesteuerten“ Arm-Prothese.
Christian Kandlbauer mit gedankengesteuerten Prothese

Eine revolutionäre Entwicklung: Die "gedankengesteuerte Prothese"

Die neuartige Arm-Prothese bedeutet einen enormen Fortschritt gegenüber der konventionellen Prothesen-Versorgung. Die intelligente Prothese kann gezielt über jene Nerven angesteuert werden, die auch ursprünglich für die Bewegung des Armes zuständig waren. Damit gibt sie ihrem Träger sieben Freiheitsgrade, d. h. sieben aktive Gelenke, und viel mehr Aktionsmöglichkeiten.

Dem Anwender stehen also mehr aktive Gelenke zur Verfügung, diese können außerdem gleichzeitig angesteuert werden. Es ist kein Umdenken mehr notwendig, wie das bei konventionellen Prothesen bisher der Fall war. Der Patient führt die Bewegungen intuitiv aus,  die Prothese kann diese gedanklichen Befehle direkt umsetzen. Der Anwender agiert dabei mit seinem so genannten Phantomarm, den er intuitiv ansteuern kann.

Voraussetzung für diese Versorgung ist eine komplexe Operation, bei der eine Verlagerung der Nerven erfolgt. Durch diesen so genannten selektiven Nerventransfer können die Signale, die auch ursprünglich für die Steuerung des Arms verantwortlich waren, für die Steuerung der Prothese genutzt werden. Im Prothesen-Schaft sind Elektroden eingearbeitet, die diese Steuer-Signale aufnehmen. Ein komplexes elektronisches Analyseverfahren im Inneren der Prothese setzt die empfangenen Signale um und erkennt die gewünschte Bewegung.

Bei konventionellen Prothesen ist dies nicht möglich. Sie erlauben drei Freiheitsgrade: Hand öffnen/ schließen, Hand innen/außen drehen, Ellbogens beugen/ strecken. Außerdem müssen die Bewegungen in einem Kräfte zehrenden Prozess bewusst ausgeführt und über Umwege angesteuert werden – ohne damit flüssige oder präzise Bewegungen zu erreichen.

Bildbeschreibung (von oben nach unten)
Otto Bock Geschäftführer Dr. Hans Dietl und Christian Kandlbauer
Christian Kandlbauer mit gedankengesteuerten Prothese
Team (von links nach rechts): Dr. Hubert Egger (Otto Bock), Ao. Univ.-Prof. Dr. Oskar C. Aszmann (AKH), Christian Kandlbauer, Dr. Hans Dietl (GF Otto Bock), o. Univ.-Prof. Dr. Manfred Frey (AKH)

1., 3. Foto: Otto Bock / Alexandra Kromus
2. Foto: Otto Bock / Michael Appelt


 

Team - Gedankengesteuerte Prothese

Kontakt

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