


Die neuartige Arm-Prothese bedeutet einen enormen Fortschritt gegenüber der konventionellen Prothesen-Versorgung. Die intelligente Prothese kann gezielt über jene Nerven angesteuert werden, die auch ursprünglich für die Bewegung des Armes zuständig waren. Damit gibt sie ihrem Träger sieben Freiheitsgrade, d. h. sieben aktive Gelenke, und viel mehr Aktionsmöglichkeiten.
Dem Anwender stehen also mehr aktive Gelenke zur Verfügung, diese können außerdem gleichzeitig angesteuert werden. Es ist kein Umdenken mehr notwendig, wie das bei konventionellen Prothesen bisher der Fall war. Der Patient führt die Bewegungen intuitiv aus, die Prothese kann diese gedanklichen Befehle direkt umsetzen. Der Anwender agiert dabei mit seinem so genannten Phantomarm, den er intuitiv ansteuern kann.
Voraussetzung für diese Versorgung ist eine komplexe Operation, bei der eine Verlagerung der Nerven erfolgt. Durch diesen so genannten selektiven Nerventransfer können die Signale, die auch ursprünglich für die Steuerung des Arms verantwortlich waren, für die Steuerung der Prothese genutzt werden. Im Prothesen-Schaft sind Elektroden eingearbeitet, die diese Steuer-Signale aufnehmen. Ein komplexes elektronisches Analyseverfahren im Inneren der Prothese setzt die empfangenen Signale um und erkennt die gewünschte Bewegung.
Bei konventionellen Prothesen ist dies nicht möglich. Sie erlauben drei Freiheitsgrade: Hand öffnen/ schließen, Hand innen/außen drehen, Ellbogens beugen/ strecken. Außerdem müssen die Bewegungen in einem Kräfte zehrenden Prozess bewusst ausgeführt und über Umwege angesteuert werden – ohne damit flüssige oder präzise Bewegungen zu erreichen.
Bildbeschreibung (von oben nach unten)
Otto Bock Geschäftführer Dr. Hans Dietl und Christian Kandlbauer
Christian Kandlbauer mit gedankengesteuerten Prothese
Team (von links nach rechts): Dr. Hubert Egger (Otto Bock), Ao. Univ.-Prof. Dr. Oskar C. Aszmann (AKH), Christian Kandlbauer, Dr. Hans Dietl (GF Otto Bock), o. Univ.-Prof. Dr. Manfred Frey (AKH)
1., 3. Foto: Otto Bock / Alexandra Kromus
2. Foto: Otto Bock / Michael Appelt

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