ActiGait® kann Menschen, die an Fußheberschwäche nach einem Schlaganfall leiden, helfen, ihre Mobilität wieder zu erlangen.
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Die Fußheberschwäche (auch Fallfuß genannt) ist eine häufige Folge des Schlaganfalls. Der Fuß kann in diesem Fall nicht mehr oder nur mehr unzureichend angehoben werden. Eine Verringerung der Gehgeschwindigkeit sowie die Gefahr zu Stolpern und die Angst zu Fallen sind die Folge und stellen eine tägliche Belastung im Alltag der Betroffenen dar. Die Versorgung mit Hilfsmitteln (z.B. Orthesen) stellt sicher, dass Betroffene ihren Alltag besser bestreiten können. Doch nicht alle Menschen können mit herkömmlichen Methoden versorgt werden. Das ActiGait® System schließt jetzt diese Versorgungslücke. Als anerkannte Therapie wird es in ausgewählten Universitätskliniken eingesetzt.

Die Bewegung von Armen und Beinen wird durch unser Gehirn gesteuert. Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer Schädigung von Teilen dieser „Steuerzentrale“ und die Information zur Bewegung unserer Arme und Beine kann nur teilweise an die Nervenbahnen weitergeleitet werden. Dies betrifft auch den Wadenbeinnerv, der das Signal, Fußheben und –senken an die Muskulatur des Beines weiterleitet. Im Falle der Fußheberschwäche, wird der Fuß daher nicht mehr optimal angehoben. Mit der Implantation des ActiGait® kann diese Störung gemindert werden.
Das ActiGait® System besteht aus einer implantierten Komponente und externen Teilen. Das Implantat besteht aus dem Stimulator und einer Manschettenelektrode. Bei einem operativen Eingriff wird das Implantat unter der Haut eingesetzt und die Manschettenelektrode um den Wadenbeinnerv fixiert. Zusammen mit den externen Teilen sind sie für die kontrollierte Fußhebung verantwortlich. Die externen Teile bestehend aus der Steuereinheit, der Antenne sowie dem Fersenschalter. Diese dienen der Steuerung des Systems. Verlässt der Fuß den Boden, liefert der Fersenschalter diese Information an die Steuereinheit . Diese empfängt das Signal und übermittelt es an die Antenne, die auf der Hautoberfläche mittels Pflaster fixiert ist. Die Antenne wiederum sendet das Signal; „Ferse hat den Boden verlassen“, an das Implantat. Die Stimulation des Muskels wird aktiviert und der Vorfuß gehoben.
Menschen sind individuell, wir unterscheiden uns unter anderen in unserem Aktivitätsbedürfnis. Auch die Folgen der Fußheberschwäche gestalten sich unterschiedlich. Das ActiGait® System lässt sich sowohl den individuellen Aktivitäten des einzelnen sowie auch dem Schweregrad der Fußhebeschwäche entsprechend anpassen. Zusammen mit dem Therapeuten, wird daher die Intensität der Stimulation individuell auf den Betroffenen eingestellt. Darüber hinaus, kann der Fersenschalter je nach Ausprägung der Fußheberschwäche am betroffenen oder aber auch am gesunden Bein getragen werden. Der Fersenschalter kann darüber hinaus bequem in jedem Schuh unter die Ferse gesteckt oder barfuss mit der Fersensocke getragen werden. So kann die wieder gewonnene Mobilität zu jeder Jahreszeit und zu jedem Anlass gelebt werden.
