Kinderlähmung

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gilt Europa seit dem Jahr 2002 als poliofrei. Dennoch können Reisende aus tropischen Ländern die Kinderlähmung wieder nach Deutschland bringen. Allein durch die Impfung breiter Bevölkerungsschichten lassen sich neue Epidemien verhindern.

Frau mit einer Kinderlähmung trägt eine Orthese von Otto Bock.

„Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam“: Unter diesem Titel startete 1962 eine große Impfaktion gegen Kinderlähmung. Damals erlebte Deutschland die vorerst letzte Polio-Epidemie mit mehr als 4.000 Erkrankten. 2002 erklärte die Weltgesundheitsorganisation Europa für poliofrei, doch Kinderlähmung tritt noch immer in tropischen Ländern auf und kann von Reisenden nach Europa gebracht werden. Um neue Epidemien zu verhindern, ist die Impfung breiter Bevölkerungsschichten nach wie vor von größter Bedeutung. Bei Säuglingen kann bereits im dritten Lebensmonat mit der Immunisierung begonnen werden, eine Auffrischung erfolgt im Alter zwischen neun und 17 Jahren.

 

Kinderlähmung verläuft in vielen Fällen ohne Symptome

Bei der Kinderlähmung oder Poliomyelitis handelt es sich um eine ansteckende fieberhafte Viruserkrankung. Sie kann zu bleibenden Lähmungen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Die Viren werden über den Mund aufgenommen und unbeschadet über den Stuhl wieder ausgeschieden. Als Schmierinfektion können sie sich schnell ausbreiten. Das Tückische: Ein gesunder Virusträger ist ebenso ansteckend wie ein akuter klinischer Fall. Denn in mehr als 90 Prozent der Fälle verläuft die Kinderlähmung nahezu ohne größere Symptome. Teilweise treten grippeähnliche Beschwerden wie Fieber-, Kopf- und Halsschmerzen auf, bei einigen Betroffenen kommt es zudem zu einer Hirnhautentzündung.

Therapie der Kinderlähmung

Etwa ein Prozent der Infizierten ist von der Kinderlähmung mit schwerem Krankheitsverlauf betroffen. Durch die Schädigung des Nervensystems reichen die Beschwerden von einer leichten Beeinträchtigung der Beweglichkeit bis hin zu bleibenden Lähmungen der Oberschenkelmuskulatur. Krankengymnastik und die Versorgung mit einer Orthese können den Betroffenen helfen, nach der akuten Erkrankung größtmögliche Mobilität und Selbstständigkeit zurück zu gewinnen. Innovative medizintechnische Hilfsmittel wie die maßgefertigten und elektronisch gesteuerten Orthesengelenk-Systeme E-MAG Control und E-MAG Active eröffnen neue Bewegungsspielräume und erlauben ein Höchstmaß an Sicherheit im Alltag.

Hinweis:
Bitte beachten Sie, dass die Inhalte unseres Glossars lediglich allgemeine Informationen zu Gesundheitsthemen sind und keinen Arztbesuch ersetzen. Bei individuellen Fragen wenden Sie sich daher bitte an Ihren Arzt.


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